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Wie wählt man einen Heizkörper? Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Auswahl von Plattenheizkörpern

6 marca 2026 | Heizung


Die Heizkörperauswahl ist eine der Schlüsselphasen bei der Planung einer Zentralheizungsanlage. Ein falsch gewählter Heizkörper bedeutet entweder einen unterbeheizten Raum oder unnötige Kosten und Überhitzung. In diesem Leitfaden zeigen wir, wie man einen Plattenheizkörper gemäß den polnischen Normen und bewährter Ingenieurpraxis korrekt auswählt.

Wenn Sie schnell einen Heizkörper ohne manuelle Berechnungen auswählen möchten, nutzen Sie unseren Heizkörperauswahlrechner. Der Rechner berücksichtigt automatisch Korrekturfaktoren und wählt die optimale Heizkörpergröße.

Auswahl von Plattenheizkörpern

Was müssen Sie vor der Heizkörperauswahl wissen?

Bevor Sie einen Heizkörper auswählen, benötigen Sie drei grundlegende Informationen:

  1. Wärmeverluste des Raumes (Wärmebedarf) — wie viel Watt benötigt werden, um die gewünschte Temperatur im Raum aufrechtzuerhalten.
  2. Anlagenparameter — Vorlauf- und Rücklauftemperatur des Heizmediums.
  3. Auslegungs-Raumtemperatur — welche Temperatur in dem jeweiligen Raum herrschen soll.

Erst mit diesen Daten kann man zur eigentlichen Heizkörperauswahl übergehen.

Wärmeverluste des Raumes — Der Ausgangspunkt

Die Wärmeverluste werden gemäß der Norm PN-EN 12831 (Heizungsanlagen in Gebäuden — Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast) berechnet. Die Norm berücksichtigt:

  • Transmissionswärmeverluste durch Bauteile (Wände, Fenster, Dach, Boden),
  • Lüftungswärmeverluste (Infiltration von Außenluft),
  • Zuschläge für Heizungsunterbrechungen (Aufheizen des Gebäudes).

In der Praxis berechnet der Planer die Wärmeverluste auf Grundlage von:

  • Flächen und Wärmedurchgangskoeffizienten U der Bauteile,
  • der Differenz zwischen Innen- und Außentemperatur (die Auslegungstemperatur hängt von der Klimazone ab — in Polen von –16°C bis –24°C),
  • Luftwechselraten.

Das Ergebnis ist die Norm-Heizlast in Watt [W] — genau so viel Leistung muss der Heizkörper liefern.

Auslegungs-Raumtemperaturen

Gemäß der Verordnung des Infrastrukturministers über technische Anforderungen und der Norm PN-EN 12831 werden folgende Auslegungstemperaturen angenommen:

RaumTemperatur [°C]

Wohnzimmer, Schlafzimmer

20

Badezimmer

24

Küche

20

Korridor, Flur

16

Treppenhaus

16

Beheizte Garage

5

Typen von Plattenheizkörpern

Plattenheizkörper werden nach der Anzahl der Heizplatten und Konvektoren (Konvektionselemente) klassifiziert. Die Bezeichnung besteht aus zwei Ziffern — die erste ist die Anzahl der Platten, die zweite die Anzahl der Konvektoren.

TypAufbauEigenschaftenExponent n

Typ 10

1 Platte, 0 KonvektorenAm dünnsten, hauptsächlich Strahlung1,30

Typ 11

1 Platte, 1 KonvektorBeliebt in kleineren Räumen1,30

Typ 20

2 Platten, 0 KonvektorenHohe Leistung, ohne Konvektion1,30

Typ 21

2 Platten, 1 KonvektorGutes Leistungs-Tiefen-Verhältnis1,30

Typ 22

2 Platten, 2 KonvektorenAm beliebtesten — hohe Leistung, moderate Tiefe1,33

Typ 33

3 Platten, 3 KonvektorenHöchste Leistung, größte Tiefe1,33

Typ 22 ist der mit Abstand am häufigsten verwendete Heizkörper im Wohnungsbau — er bietet hohe Wärmeleistung bei moderater Bautiefe (ca. 100 mm).

Typen von Plattenheizkörpern - Querschnitt

Verfügbare Heizkörperhöhen

Hersteller bieten Plattenheizkörper in Standardhöhen an: 300, 400, 500, 600 und 900 mm. Die Wahl der Höhe hängt ab von:

  • Fensterbankshöhe — der Heizkörper sollte unter dem Fenster montiert werden, und seine Oberkante sollte mindestens 100 mm unterhalb der Fensterbank liegen,
  • Ästhetik — niedrigere Heizkörper (300–400 mm) sehen unter niedrigen Panoramafenstern besser aus,
  • Leistung — ein höherer Heizkörper gleicher Länge gibt mehr Wärme ab.

Die beliebtesten Höhen sind 500 mm und 600 mm, die unter die meisten Standardfenster passen.

Norm PN-EN 442 — Referenzbedingungen

Die in Herstellerkatalogen angegebene Nennleistung der Heizkörper wird gemäß der Norm PN-EN 442 (Heizkörper — Technische Spezifikationen und Anforderungen) bestimmt. Diese Norm definiert die Referenzbedingungen, unter denen die Heizkörperleistung gemessen wird:

  • Vorlauftemperatur: 75°C
  • Rücklauftemperatur: 65°C
  • Raumtemperatur: 20°C

Das bedeutet, wenn im Katalog z.B. „Heizkörper Typ 22, 600×1000 mm — 1466 W" steht, bezieht sich diese Leistung auf die Bedingungen 75/65/20°C.

In der Praxis arbeiten Anlagen häufig mit anderen Parametern — z.B. 55/45°C bei Wärmepumpe, 70/55°C bei Brennwertkessel oder 80/60°C bei Festbrennstoffkessel. Daher ist es notwendig, die Katalogleistung mit dem Korrekturfaktor φ auf die tatsächlichen Bedingungen umzurechnen.

Korrekturfaktor φ — Leistungsumrechnung

Der Korrekturfaktor φ (Phi) ermöglicht die Umrechnung der Nennleistung des Heizkörpers (bei Bedingungen 75/65/20°C) auf die tatsächliche Leistung bei beliebigen Anlagenparametern.

Schritt 1: Berechnung der logarithmischen mittleren Temperaturdifferenz (LMTD)

Die logarithmische mittlere Temperaturdifferenz wird nach folgender Formel berechnet:

ΔT=tztpln(tztitpti) [°C]\Delta T = \frac{t_z - t_p}{\ln\left(\frac{t_z - t_i}{t_p - t_i}\right)} \ [°C]

wobei:
tzt_z — Vorlauftemperatur [°C]
tpt_p — Rücklauftemperatur [°C]
tit_i — Raumtemperatur [°C]

Für Normbedingungen (75/65/20°C):

ΔTnorm=7565ln(75206520)=10ln(1,222)49,83 °C\Delta T_{norm} = \frac{75 - 65}{\ln\left(\frac{75 - 20}{65 - 20}\right)} = \frac{10}{\ln(1{,}222)} \approx 49{,}83 \ °C

Schritt 2: Berechnung des Korrekturfaktors φ

φ=(ΔTΔTnorm)n\varphi = \left(\frac{\Delta T}{\Delta T_{norm}}\right)^n

wobei nn der charakteristische Exponent des Heizkörpers ist (siehe Tabelle der Heizkörpertypen).

Schritt 3: Bestimmung der erforderlichen Nennleistung

Mit den bekannten Wärmeverlusten des Raumes QQ und dem Korrekturfaktor φ\varphi berechnen wir die erforderliche Nennleistung:

Qnom=Qφ [W]Q_{nom} = \frac{Q}{\varphi} \ [W]

Anschließend wählen wir aus dem Herstellerkatalog einen Heizkörper, dessen Nennleistung gleich oder größer als der berechnete Wert QnomQ_{nom} ist.

Schema der Heizkörperauswahl

Praktisches Beispiel — Schritt-für-Schritt-Heizkörperauswahl

Wählen wir einen Heizkörper für ein Wohnzimmer mit folgenden Daten:

  • Wärmeverluste des Raumes: Q = 1 200 W
  • Anlagenparameter: Vorlauf 70°C / Rücklauf 55°C (Brennwertkessel)
  • Raumtemperatur: 20°C
  • Gewählter Heizkörpertyp: 22 (n = 1,33)
  • Erforderliche Höhe: 600 mm (Fenster mit Fensterbank auf 850 mm Höhe)
LMTD-Berechnung

ΔT=7055ln(70205520)=15ln(5035)=15ln(1,429)=150,356742,06 °C\Delta T = \frac{70 - 55}{\ln\left(\frac{70 - 20}{55 - 20}\right)} = \frac{15}{\ln\left(\frac{50}{35}\right)} = \frac{15}{\ln(1{,}429)} = \frac{15}{0{,}3567} \approx 42{,}06 \ °C

Berechnung des Korrekturfaktors φ

φ=(42,0649,83)1,33=(0,8440)1,330,795\varphi = \left(\frac{42{,}06}{49{,}83}\right)^{1{,}33} = (0{,}8440)^{1{,}33} \approx 0{,}795

Ein Faktor von 0,795 bedeutet, dass der Heizkörper bei den Parametern 70/55/20°C nur 79,5% seiner Katalogleistung abgibt.

Berechnung der erforderlichen Nennleistung

Qnom=1 2000,7951 509 WQ_{nom} = \frac{1\ 200}{0{,}795} \approx 1\ 509 \ W

Katalogauswahl

Wir suchen einen Heizkörper Typ 22, Höhe 600 mm mit einer Nennleistung ≥ 1 509 W. Aus dem Herstellerkatalog (Werte bei 75/65/20°C):

Länge [mm]Nennleistung [W]Tatsächliche Leistung [W]Ausreichend?

800

1 173933Nein

900

1 3191 049Nein

1 000

1 4661 165Nein

1 100

1 6121 282Ja

1 200

1 7591 398Ja

Ergebnis: Wir wählen einen Heizkörper Typ 22, 600×1100 mm mit einer Nennleistung von 1 612 W. Bei den Parametern 70/55/20°C beträgt seine tatsächliche Leistung 1 282 W, was eine Leistungsreserve von ca. 6,8% ergibt — ein optimaler Wert.

Einfluss der Anlagenparameter auf die Heizkörperauswahl

Die Temperaturparameter der Anlage haben einen enormen Einfluss auf die erforderliche Heizkörpergröße. Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto größer muss der Heizkörper sein, um die gleichen Wärmeverluste abzudecken.

WärmequelleTypische ParameterFaktor φ (Typ 22)Auswirkung auf Größe

Festbrennstoffkessel

80/60/20°C≈ 0,91Geringfügig größer

Brennwertkessel

70/55/20°C≈ 0,80Ca. 25% größer

Wärmepumpe

55/45/20°C≈ 0,52Fast 2× größer

Wärmepumpe (Niedrigtemp.)

45/35/20°C≈ 0,33Ca. 3× größer

Daher müssen bei Wärmepumpen mit niedriger Vorlauftemperatur (45–55°C) die Heizkörper deutlich größer sein als bei herkömmlichen Kesseln. In solchen Fällen lohnt es sich, Heizkörper mit größerer Höhe (900 mm) in Betracht zu ziehen oder eine Fußbodenheizung als Ergänzung einzusetzen.

Regeln für die Heizkörpermontage

Eine korrekte Heizkörpermontage hat einen wesentlichen Einfluss auf seine Effizienz. Folgende Regeln sollten beachtet werden:

  • Standort — der Heizkörper wird unter dem Fenster montiert, damit die aufsteigende warme Luft einen „Wärmevorhang" bildet, der die kalte Luft von der Scheibe neutralisiert.
Korrekte Heizkörpermontage unter dem Fenster
  • Abstand zum Boden — mindestens 100 mm — gewährleistet freien Luftstrom unter dem Heizkörper.
  • Abstand zur Fensterbank — mindestens 100 mm — ermöglicht das freie Aufsteigen der warmen Luft.
  • Abstand zur Wand — mindestens 30–50 mm — gewährleistet die Luftzirkulation hinter dem Heizkörper.
  • Heizkörperlänge — idealerweise sollte der Heizkörper 50–75% der Fensterbreite einnehmen — sorgt für gleichmäßige Temperaturverteilung.
Was sollte vermieden werden?
  • Verkleidung des Heizkörpers ohne entsprechende Lüftungsöffnungen — kann die abgegebene Leistung um bis zu 20% verringern.
  • Montage des Heizkörpers an einer Innenwand, wenn unter den Fenstern ausreichend Platz vorhanden ist.
  • Verdecken des Heizkörpers mit schweren, bodenlangen Vorhängen.

Leistungsreserve — Wie viel Spielraum?

Bei der Heizkörperauswahl sollte eine geringe Leistungsreserve eingehalten werden, aber man sollte es nicht übertreiben:

  • 5–15% Reserve — optimaler Wert. Deckt Berechnungsungenauigkeiten und kleinere Änderungen der Betriebsbedingungen ab.
  • Über 20% — überdimensionierter Heizkörper. Das Thermostatventil arbeitet nahezu geschlossen, was eine präzise Regelung erschwert.
  • Unter 0% — unterdimensionierter Heizkörper. Deckt die Wärmeverluste bei der Auslegungstemperatur nicht ab.

Unser Heizkörperauswahlrechner berechnet automatisch die Leistungsreserve für jeden ausgewählten Heizkörper, sodass Sie sofort sehen können, ob die Auswahl optimal ist.

Häufigste Fehler bei der Heizkörperauswahl

  1. Vernachlässigung des Korrekturfaktors — Annahme der Katalogleistung als tatsächliche Leistung. Bei Parametern 55/45°C gibt der Heizkörper nur etwa die Hälfte seiner Katalogleistung ab!

  2. Auswahl „nach Augenmaß" — Schätzung der Heizkörperleistung auf Basis der Raumfläche (z.B. „100 W/m²") ohne Berücksichtigung der Gebäudedämmung, Fenstergrößen und Klimazone.

  3. Nichtberücksichtigung der Raumtemperatur — ein Badezimmer (24°C) erfordert einen deutlich größeren Heizkörper als ein Wohnraum (20°C) bei gleichen Wärmeverlusten, da die geringere Temperaturdifferenz zwischen Medium und Raum den φ-Faktor senkt.

  4. Nichtberücksichtigung der Verkleidung — ein Heizkörper in einer Nische oder unter einer breiten Fensterbank verliert einen Teil seiner Leistung. Hersteller geben Korrekturfaktoren für verschiedene Montagearten an.

Zusammenfassung

Eine korrekte Heizkörperauswahl erfordert:

  • Berechnung der Wärmeverluste gemäß PN-EN 12831,
  • Kenntnis der Temperaturparameter der Anlage,
  • Umrechnung der Nennleistung (PN-EN 442, Bedingungen 75/65/20°C) auf die tatsächliche Leistung mittels Korrekturfaktor φ,
  • Auswahl eines Heizkörpers mit angemessener Leistungsreserve (5–15%).

Diesen gesamten Prozess können Sie automatisch mit unserem Heizkörperauswahlrechner durchführen. Geben Sie einfach die Wärmeverluste, Anlagenparameter und den Heizkörpertyp ein — der Rechner wählt die optimale Größe und berechnet die Leistungsreserve.

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