Wie legt man ein Membranausdehnungsgefäß für eine Heizungsanlage aus?
Die Auslegung gem. PN-B-02414 beginnt mit dem Wasserinhalt der Anlage V und der Vorlauftemperatur, woraus das Nutzvolumen Vu bestimmt wird (das durch Wärmeausdehnung des Anlageninhalts aufgenommene Wasser). Anschließend werden unter Berücksichtigung des maximalen Drucks (Einstellung des Sicherheitsventils) und des Vordrucks des Gefäßes das Gesamtvolumen Vn sowie VnR mit Betriebsreserve berechnet — und VnR dient der Auswahl eines Gefäßes aus dem Handelssortiment.
Welchen Vordruck stellt man im Gefäß ein?
Der Vordruck muss die Wassersäule der Anlage abdecken: Die Norm fordert p ≥ 0,1 × h + 0,2 [bar], wobei h die Anlagenhöhe in Metern ist. Für ein 6 m hohes Gebäude ergibt das mindestens etwa 0,8 bar; werkseitig sind Gefäße auf etwa 1,5 bar eingestellt. Der Druck wird kalt und an der von der Anlage getrennten Gasseite des Gefäßes geprüft und eingestellt.
Wie groß muss das Ausdehnungsgefäß für ein Einfamilienhaus sein?
Es hängt vom Wasserinhalt der Anlage ab, nicht direkt von der Wohnfläche. Für ein Haus von etwa 150 m², gebaut nach 2005, liegt das Anlagenvolumen typischerweise bei 150–200 l, was meist zu einem Gefäß von 18–25 l führt (Heizkörper, Vorlauf 80 °C). Fußbodenheizung mit niedrigerer Temperatur ergibt eine geringere Volumenzunahme. Die genaue Größe berechnet der Rechner nach Eingabe von V, Temperatur und Drücken.
Darf ein Heizungs-Ausdehnungsgefäß für Trinkwarmwasser verwendet werden?
Nein. Gefäße für Trinkwarmwasser benötigen ein Hygienezertifikat (PZH) und eine Membran aus einem für den Kontakt mit Trinkwasser zugelassenen Material. Die Membran eines Heizungsgefäßes (meist nicht zertifiziertes EPDM) kann die Wasserqualität beeinträchtigen. Für Trinkwarmwasser werden dedizierte, zertifizierte Gefäße verwendet.
Woher nimmt man den Wasserinhalt der Anlage?
Am besten aus dem Projekt; in der Praxis wird er aus dem Norm-Heizwärmebedarf des Gebäudes geschätzt (nicht aus der Nennleistung des Kessels, die oft überdimensioniert ist). Für ein Gebäude nach 2005 sind 50–70 W/m² anzunehmen, dann etwa 12–15 l/kW für Plattenheizkörper. Ein Pufferspeicher oder eine hydraulische Weiche ist gegebenenfalls hinzuzurechnen.
Wozu eine Betriebsreserve für Wasserverluste?
Eine Anlage verliert Wasser durch Entlüftung, Entgasung und kleine Undichtigkeiten, daher empfiehlt PN-B-02414 eine Reserve von 0,5–1% des Volumens. Für neue, dichte Anlagen genügen 0,5%, für ältere oder solche mit vielen automatischen Entlüftern werden 1% angenommen. Die Reserve verhindert ein zu häufiges Nachfüllen der Anlage.